Sind Lebensmittel zu billig?

Shownotes

Die Deutschen geben zu wenig für Lebensmittel aus, kritisiert die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Christine Schneider. Der Vorwurf: Die Menschen wollen mehr Klimaschutz und weniger Tierleid – aber an der Supermarktkasse entscheiden sie sich für das Gegenteil. Stimmt das? Wir checken die Zahlen, klären, ob teurere Produkte wirklich besser sind und was gegen steigende Lebensmittelpreise hilft.

Shownotes / Quellen und Links:

• Pressebericht: Landwirtschaftsministerin: Lebensmittel sind zu günstig https://www.zeit.de/news/2026-08/31/landwirtschaftsministerin-lebensmittel-sind-zu-guenstig • Verbraucherzentrale: Steigende Lebensmittelpreise: Fakten, Ursachen, Tipps https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/steigende-lebensmittelpreise-fakten-ursachen-tipps-71788 • Eurostat: Household consumption by purpose https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Household_consumption_by_purpose • Eurostat: Household material welfare across the EU in 2025 https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-eurostat-news/w/ddn-20260617-2 • Statistisches Bundesamt: Ausgaben privater Haushalte für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Konsumausgaben-Lebenshaltungskosten/Tabellen/pk-ngt-hnek-evs.html • foodwatch: Preise und Qualität https://www.foodwatch.org/de/informieren/politik-lobby/preise-und-qualitaet • Dieser Podcast und unsere Kampagnenarbeit für faire und transparente Lebensmittel werden durch Spenden möglich. Hier findest Du Infos rund um die Fördermitgliedschaft bei foodwatch. Vielen Dank für Deine Unterstützung und Interesse: https://www.foodwatch.org/de/unterstuetzen/mitglied-werden-ihre-spende-fuer-verbraucherschutz?mtm_campaign=podcast • Ihr habt Fragen, Kritik, Anregungen: Dann meldet euch gerne per Mail an podcast@foodwatch.de oder via WhatsApp oder Signal an 0174-37 51 689

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00:00:00: Was dahinter mitschwingt, wenn man sagt die Deutschen geben so wenig für Lebensmittel aus.

00:00:04: Ist okay.

00:00:05: im Umkehrschluss wir sollten mehr Geld für Lebensmitteln ausgeben.

00:00:08: Wir sollten also die teureren Lebensmittel kaufen.

00:00:11: das ist dann irgendwie besser.

00:00:14: Aber auch das stimmt ja nicht ganz so.

00:00:16: einfach ist es ja nicht zu sagen teurere Lebensmittel im Supermarkt sind automatisch irgendwie die besseren Lebensmittel oder dann geht's auch den Bauern besser.

00:00:25: Geschmacksverstärker

00:00:30: Gemeinsam mit euch entlarven wir die Tricks der Lebensmittelindustrie und machen uns stark für gesundes, nachhaltiges und ehrliches Essen.

00:00:38: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge!

00:00:40: Ich bin Andreas von Foodwatch.

00:00:41: Schön dass ihr wieder dabei seid und schön das du Dario wieder dabei bist.

00:00:46: Mein Kollege Dario Samadhi ist nämlich jetzt nach einem halben Jahr Elternzeit endlich wieder beim Podcast dabei.

00:00:52: Hi Dario!

00:00:55: Ja super, dass Du wieder da bist.

00:00:58: Du warst ja jetzt ein halbes Jahr in Elternzeit, da kann ich mir vorstellen was auch viel einkaufen für die Familie.

00:01:03: Dann ist dir bestimmt aufgefallen Dario dass Lebensmittel in Deutschland ja viel zu günstig sind.

00:01:11: Also das gehört.

00:01:12: aber da habe ich echt mit den Ohren geschlackert weil ich hab eigentlich eher die Gegenteilige Erfahrung gemacht.

00:01:18: also ich hatte mich wirklich echt oft gewundert wenn ich auf dem Kassenzelt geschaut habe Und da tappe mich auch selbst immer wieder, dass ich Preise vergleichere.

00:01:27: Dass ich schaue, dass sich ein Sonderangebot irgendwo abgreifen kann.

00:01:30: Weil ja klar für eine vierköpfige Familie muss man schon klaren.

00:01:33: Das haut richtig rein!

00:01:34: Wir müssen es kurz aufklären.

00:01:36: Lebensmittel in Deutschland sind zu günstig.

00:01:38: Zitat das hat die Rheinland-Pfälzische Landwirtschaftsministerin gesagt Christine Schneider von der CDU.

00:01:46: Sie hat kürzlich in einem Interview mit DPA in einem Medieninterview gesagt, naja wir Deutschen, wir würden Lebensmittel nicht genug wertschätzen und das liegt daran dass Lebensmittel noch zu günstig sein.

00:01:58: Die müssten also teurer werden damit wir Deutschen nochmal die Lebensmittel auch wieder mehr wertschätzen.

00:02:04: Das krasse Aussage, oder?

00:02:05: Ja!

00:02:06: Und da ich mich gefragt... Also wenn ich so eine völlig andere Erfahrung habe, was stimmt denn nun eigentlich?

00:02:12: Und da lohnt es sich vielleicht ein bisschen mal auf die Fakten zu schauen und auf die Zahlen.

00:02:18: Genau das wollen wir nämlich heute machen.

00:02:19: Wir wollen nochmal ein bisschen ausführlicher über das Thema Lebensmittelpreise schauen.

00:02:23: wie ist die Lage wirklich?

00:02:24: warum sind die Preise so gestiegen.

00:02:26: Stimmt diese Aussage dass wir deutschen Lebensmittel auch nicht genug wertschätzen dieser Mythos der geizigen Deutschen?

00:02:34: um alle diese Themen wollen wir heute mal sprechen und du hast dir die Zahlen nochmal genauer angeschaut, Dario.

00:02:39: Genau!

00:02:39: Und schaut man auf den Trend der letzten Jahre dann deckt sich wirklich mein persönlicher Eindruck mit den Fakten.

00:02:44: Lebensmittel sind...und jetzt schaut man so zwischen dem Jahr zwölfundzwanzig und zweitauendzwanziger.

00:02:50: Also seit Corona.

00:02:51: letztendlich sind um ein Drittel also dreidreißig Prozent teurer geworden.

00:02:57: Ja, super krass.

00:02:58: Man muss hier überlegen was bedeutet das?

00:02:59: Also wenn ich vor Corona ein Lebensmittel Einkauf gemacht habe für die Familie hab vielleicht hundert Euro ausgegeben zahle ich jetzt halt hundert dreißig hundertvierzig Euro.

00:03:08: das haut richtig

00:03:09: rein genau und es betrifft vor allen Dingen auch Grundnahrungsmittel.

00:03:13: also eigentlich sind alle Lebensmittel irgendwie Lebensmittelgruppen teuer geworden.

00:03:16: aber zum Beispiel Brot und Getreide Erzeugnisse Siebendreißig Komma vier Prozent, also sogar mehr als ein Drittel Molkeral Produkte Eier.

00:03:26: Einund dreißig Kommen neun Prozent Speisefette und Speiseöle.

00:03:30: Vier und Sechzig Prozent.

00:03:31: Also da sieht man gerade bei auch Lebensmittel die man für den täglichen Bedarf einkauft.

00:03:36: Da sind die Preise echt angestiegen?

00:03:39: Ja das merken glaube ich wir alle, die wir einkaufen gehen.

00:03:42: und besonders bitter dass es wie du sagst Grundnahrungsmittel betrifft.

00:03:45: Und die Lebensmittelpreise sind ja auch stärker gestiegen als die allgemeine Inflation.

00:03:50: Genau, weil die Allgemeineninflationen liegt im gleichen Zeitraum also ein zwanzig bis fünfundzwanzig bei neunzehn Prozent, also wirklich vierzehn Prozentpunkte weniger.

00:04:01: Also die allgemene Inflationsrate war jetzt über die vergangenen Jahre zusammengerechnet bei Neunzehnten Prozent Lebensmittel mehr als ein Drittel teurer geworden.

00:04:10: so und vor dem Hintergrund dann zu sagen Lebensmittel sind zu günstig das ist schon echt heftig.

00:04:16: für viele Menschen Ist das ein echtes Problem, die Preise im Supermarkt?

00:04:19: Genau.

00:04:20: Vor allen Dingen Leute mit einem kleineren Geldbeutel.

00:04:23: Das sieht man beispielsweise daran, dass die Tafeln echt am Limit arbeiten weil immer mehr Menschen wegen dieser steigenden Kosten auf Hilfe angewiesen sind.

00:04:32: Muss man sich überlegen.

00:04:33: ne es gab jetzt schon Berichte von Tafelen also diese Abgabestellen für vergünstigte oder kostenlose Lebensmittel, die teilweise keine Mitglieder mehr aufgenommen haben.

00:04:41: Wir sagen dann wir werden hier über Rand weg, wir kriegen das nicht mehr gestemmt.

00:04:46: Auch die UN-Ernährungsorganisation FAO, die beobachtet das jetzt auch schon.

00:04:52: Dass es eine steigende Ernährungsarmut hier in Deutschland gibt und drei Millionen Menschen in Deutschland, also drei Prozent der Bevölkerung sind von Ernährungsharmut betroffen.

00:05:01: Ernähringsarmut?

00:05:02: Also was heißt das dann?

00:05:04: Die Menschen leiden nicht Hunger!

00:05:06: Was bedeutet das

00:05:07: Ernährlingsarmut?!

00:05:08: Zum einen haben sie zu wenig Geld um sich... ausgewogen und gesund zu ernähren, das ist eine.

00:05:16: Und auf der anderen Seite sind viele nicht mehr in der Lage am sozialen Leben teilzunehmen also zum Beispiel Freunde zum Essen einzuladen oder auswärts mal essen zu gehen.

00:05:25: Also diese soziale Teilhabe die fällt zunehmend bei den Menschen weg.

00:05:30: Ganz wichtig auch immer mehr Menschen, die sparen am Essen vor allem an gesunden Lebensmitteln aufgrund dieser gestiegenen Preise.

00:05:37: Also expliziter ist das auch die Bundesregierung abgefragt, in ihrem Ernährungsreport im Jahr- und Zwanzig zum Beispiel hat sie herausgefunden dass neunfünfzig Prozent der Befragten immer mehr auch auf dem Preis achten.

00:05:48: Und das ist mehr als in den vergangenen Jahren wo auch das Ernährungministerium diese Frage stellt.

00:05:53: also zweitausendfünfzehnten waren es nur achtundfünftig Prozent dann zwei taunzwanzig sechsundvierzig Prozent.

00:05:57: jetzt sind wir wieder bei neun und fünfzig Prozent also der Trend geht nach oben.

00:06:06: Also angesichts dieser Zahlen und angesichts der Erfahrungen, die wir glaube ich alle im Supermarkt machen fragt man sich ja schon wie kommt die Rheinland-Pfälzische Ernährungsministerin zu so einer Aussage das Lebensmittel zu günstig sind?

00:06:21: Genau.

00:06:21: Und die macht dann eine Aussage oder kommt mit einem Argument um die Ecke dass sie schon häufiger gehört habe auch gerade von der Lebensmittelindustrie aber auch von Teilen in der Politik Das Verhältnis der Lebensmittelpreise zum durchschnittlichen Einkommen in der Bevölkerung mal eingeschaut werden müsste und dass die Deutschen einfach zu wenig Geld sozusagen von ihrem eigenen Budget für Lebensmittel ausgeben.

00:06:48: Also dieses Sinn von wegen Geiz ist geil quasi dieser Mythos in Deutschland, das es genau hier auch darauf zutrifft, dass die Leute sagen ja also für Lebensmitteln da möchte ich nicht viel Geld raus geben.

00:06:59: Das ist der Punkt, das geht gar nicht um die absoluten Zahlen sondern es geht um den Die Frage, wie hoch ist der Anteil der Ausgaben für Lebensmittel an den gesamten Ausgabe?

00:07:10: Und die liegt in Deutschland tatsächlich niedriger als im Vergleich zu fast allen europäischen Ländern.

00:07:17: Genau!

00:07:18: Also da lag zwei Taunen vierundzwanzig in Deutschland der Anteil der Ausgaven für Essen und alkoholfreie Getränke – das ist so die europäische Statistik verfügbaren Gesamteinkommen am Haushalt, jeweiligen Haushalt bei elf Komma zwei Prozent.

00:07:33: Und der EU-Schnitt liegt bei dreizehn Komma Zwei Prozent.

00:07:36: also das heißt elf Prozent.

00:07:38: im Schnitt geben Haushalte in Deutschland elf Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus und dass es eben weniger als in vielen anderen europäischen Ländern.

00:07:49: und daher kommt diese Aussage von der Ministerin und die wir auch sonst immer mal wieder hören ja Mensch die Deutschen Die sind so geizig und die Wertschätzen, die Lebensmittel nicht.

00:07:57: Die geben ja viel weniger für Essen aus als in anderen europäischen Ländern.

00:08:02: Der Vergleich hakt aber ganz ordentlich.

00:08:04: Genau, schaut man sich vielleicht auch mal die Länder an, die sozusagen besonders ... viel oder einen hohen Anteil ausgeben, dann ist das Rumänien, Bulgarien, Lettlern, Slowakei.

00:08:15: Also solche Länder und sozusagen weiter unten da wo Deutschland auch rangiert als Belgien, Österreich, Luxemburg.

00:08:23: Und da könnte man vielleicht schon eine Schlussfolge ziehen die dann auch stimmt dass vor allen Dingen solche Länder die ein besonders hohes Einkommen haben, einen besonders hohen Wohlstand.

00:08:34: Dass diese Länder einen besonders geringen Anteil haben oder einen relativ geringe Anteil an Kosten für Lebensmittel.

00:08:41: Das liegt also einfach daran wenn ich mehr Geld habe dann ist natürlich auch der Anteil von den Lebensmitteln geringer.

00:08:45: das ist sozusagen diese Logik.

00:08:47: und ja da sieht man hier auch in Deutschland.

00:08:49: Deutschland ist es quasi nach einem Wohrsatzindex der EU das zweitreichste oder genau wohlhabendste Land in der EU hinter Luxemburg.

00:08:59: Ja, macht total Sinn wenn.

00:09:01: Deutschland ist einfach ein sehr reiches Land im europäischen Vergleich.

00:09:04: wir haben fällnismäßig viel Geld zur Verfügung und dann ist einfach der Anteil an Lebensmitteln viel geringer als in einem Land um Rumänien wo die Leute weniger Geld in der Tasche haben.

00:09:16: also Aus diesen Zahlen dann jetzt zu Schlussfolgern, die Deutschen sind zu geizig und wertschätzen Lebensmittel nicht mehr ist wirklich Harnbüchen.

00:09:25: Genau also es gibt diese Logik mir je weniger Einkommen und Wohlstandest du höher der Anteil der Kosten von Lebensmitteln.

00:09:29: und das geht auch für innerhalb Deutschlands.

00:09:31: Das heißt Da gibt es eine massive Sozialespreizung, also Unterschied zwischen Arm und Reich.

00:09:39: Und wenn man sich jetzt noch mal diese Zahlen vom Statistischen Bundesamt nach Einkommen aufgeschlüsselt anschaut dann sieht man wer im Monat weniger als einen tausend Euro nette zur Verfügung hat der steckt gut ein Fünftel des gesamten Budgets in Essen trinken dieser Statistik auch Tabak.

00:09:56: also gut zwanzig Prozent so und das hört man sich die Haushalte die mehr als fünftausend euro verdienen.

00:10:03: Dort sind es nur etwa mehr als jeder.

00:10:06: Acht Euro, also zwölf Komma sechs Prozent.

00:10:08: Das heißt der niedrige deutsche Durchschnittswert ist vor allem ein Wert für Menschen mit gutem Einkommen und wir wissen ja Armut in Deutschland wächst Also der Anteil auch oder Menge der Menschen die geringes Einkommen also tauchen Euronnetto oder zwei Taunen Netto weniger verdienen der wächst.

00:10:26: das heißt jetzt Problem ist vor allen Dingen auch im Gesamt gesellschaftliches Problem.

00:10:30: Das heißt, die müssen besonders viel Geld ausgeben für

00:10:33: Lebensmittel.".

00:10:34: Ja wenn man mal kurz übernachdenkt macht das ja auch total Sinn ne?

00:10:37: Wenn ich mehr Geld zur Verfügung habe...ja klar dann kaufe ich vielleicht ein bisschen mehr Lebensmittel ein und auch ein bisschen teurere Lebensmitteln ein.

00:10:43: aber ich fange jetzt nicht an wenn ich doppelt soviel Geld verdiene auf einmal doppeltsoviel Essen einzukaufen sondern was sich esse das bleibt ja tendenziell gleich.

00:10:52: wenn ich dann also mehr Geld zu verfügungen hab sinkt prozentual der Anteil, wie viel ich für Lebensmittel ausgebe.

00:11:06: Man muss ja auch noch einen anderen Aspekt bedenken was die Ministerin ja impliziert oder was immer so dahinter mitschwingt.

00:11:12: wenn man sagt Ja die Deutschen geben so wenig für Lebensmitteln aus.

00:11:15: Ist ja okay.

00:11:16: im Umkehrschluss.

00:11:17: wir sollten also mehr Geld für Lebensmittel ausgeben.

00:11:19: Wir sollten also die teureren Lebensmittel kaufen.

00:11:22: das ist dann irgendwie besser.

00:11:25: aber auch das stimmt ja nicht.

00:11:27: Also ganz so einfach ist es ja nicht zu sagen Teurere Lebensmittel im Supermarkt sind automatisch irgendwie die besseren Lebensmittel oder dann geht es auch den Bauern besser.

00:11:37: Genau, also zum einen steckt ja teilweise in teuren Markenprodukten genau das Gleiche wie im No-Name Produkt vom Discounter.

00:11:42: Also wirklich genau die gleiche Fabrik

00:11:46: und die gleichen Hersteller.

00:11:47: Ich glaube von den Verbraucherzentralen gibt's auch so eine Übersicht.

00:11:50: ganz viele Produkte, Marken-Produkt, Noname-Produk exakt der gleiche Herstelle, exakt das gleiche Lebensmittel.

00:11:56: nur der Preis, nur die Verpackung ändert sich.

00:11:59: Und dann auch wenn wir verschiedene Hersteller haben in den Regalen, ist das teure Produkt jetzt wirklich das bessere Produkt?

00:12:05: Das ist die Frage.

00:12:06: Ja ich finde, wenn man sich mal an einem Beispiel mal so durchgeht, ja, nehmen wir Erdbeerjoghurt, das finde ich immer so ganz anschaulich.

00:12:12: Wir haben im Erdbärjogatregal da gibt es ja Zickhersteller und dann liegt das günstige Noname-Produkt genau neben dem teuren Markenprodukt was vielleicht keine Ahnung doppelt zu teuer ist.

00:12:23: Kann ich denn jetzt überhaupt wissen oder überprüfen ist das teure Markenprodukt der bessere Joghurt als den Nonnen-Produkt.

00:12:31: Genau, und dann hat man sich woran messig das?

00:12:34: Und dann geht es vor allen Dingen vielleicht für viele Menschen auch um die Tierhaltung.

00:12:37: Wie ging's dem Tier dabei?

00:12:39: Da haben wir das Problem... Das kann man nicht erkennen!

00:12:42: Vor allem nicht, wie gesund die Tiere gelebt haben.

00:12:44: Das erkennt man nicht an so einem Haltungslabel zum Beispiel.

00:12:47: da gibt es erhebliche Lücken.

00:12:48: Die Erdbeeren auch das kann ich da in beim Joghurt ja gar nicht erkennen.

00:12:52: Wo kamen die Erdbern für den Erdbärjoghort her?

00:12:55: Kamen sie hier aus der Region?

00:12:56: Kamen die irgendwo aus Nordspanien?

00:12:58: Wurden die mit Unmengern Pestiziden angebaut?

00:13:01: Ja oder nein?

00:13:02: Kann ich doch auch nicht erkennen!

00:13:04: Und dann vielleicht auch die Frage und darauf zielt vielleicht auch immer der Vorwurf, auch der Politikab der Landwirtschaftsminister zum Beispiel oder dieser konkreten Ministerin.

00:13:13: Wie viel Geld hat eigentlich der Bauer bekommen in den Landwirten?

00:13:16: Da können wir überhaupt nichts darüber sagen, dass das komplett unklar

00:13:21: ist.".

00:13:21: Futur Tatja genau zu dieser Frage vor Jahren mal einen Marktcheck gemacht, also kommt bei teureren Milchprodukten mehr Geld beim Landwirt an!

00:13:31: Genau.

00:13:32: Und das haben wir wirklich an Milch konkret gemessen und da haben wir gesehen, dass trotz erheblicher Preisunterschiede sozusagen die Milchbauern trotzdem die gleichen niedrigen Preise bekommen.

00:13:46: Da hat man gemerkt, dass dieser höhere Preis meistens eher auf Kosten oder auf das Konto Marketing Werbung geht und dass die Bauern es endlich genauso wenig bekommen.

00:13:56: Das ist wirklich krass!

00:13:57: Also ich greif zum teureren Produkt im Supermarkt aber Der einzelne Landwirt, den hat davon in aller Regel nichts.

00:14:05: Die Auszahlungpreise die die Hersteller also die Landwirte bekommen der ist in aller regel exakt der gleiche egal ob es das teure Markenprodukte oder nur im Produkt ist.

00:14:13: Ausnahme ist die Biomilch.

00:14:14: das muss man dazusagen zumindest als wir damals den Markt checken.

00:14:17: Das stimmt bei Bio.

00:14:18: Da sind die Auszahlungspreise ein bisschen höher, aber jedenfalls das Argument was ja hier auch von der Ministerin dann da immer so mitschwingt naja wenn wir geizigen Deutschen halt ein bisschen mehr Geld ausgeben im Supermarkt dann geht es auch unseren armen Bauern und Bäuerinnen im Land besser.

00:14:34: Es stimmt einfach nicht!

00:14:36: Das hier ist keine Werbeunterbrechung, denn Foodwatch ist unabhängig und steckt nicht mit der Industrie unter

00:14:42: einer Decke.

00:14:43: Stattdessen finanzieren wir uns aus den Beiträgen unserer vielen Tausend Fördermitglieder!

00:14:48: Wenn euch unsere Arbeit gefällt dann würde es uns total helfen wenn ihr jetzt

00:14:51: gleich einfach

00:14:52: mal diesen Podcast diese

00:14:53: Folge

00:14:54: teilt – mit

00:14:55: euren Freundinnen

00:14:56: und Freunden.

00:14:58: Und wenn ihr auch Mitglied werden

00:14:59: wollt umso

00:15:00: besser.

00:15:00: die Infos dazu findet ihr in unseren Show Notes

00:15:04: Und ich finde, da kommen wir wirklich auch zu so einem Kernproblem mal wieder.

00:15:08: Die Ministerin implizit spricht auf letztendlich die schlechte Situation der Landwirte oder natürlich auch im Klimaschutz nachhaltige Produkte und Produktionen und Schlussfolger dann dass die Leute einfach mehr Geld ausgeben müssen.

00:15:22: das heißt sie schiebt es endlich Die Verantwortung auf die Verbraucherinnen und Verbrauchern statt vielleicht auch mal als Politikerin selbst zu schauen, wie kann ich den Rahmenbedingungen schaffen?

00:15:32: Wie kann ich denn Marktbedingung schaffen das Landwirte mehr Geld bekommen oder einen fairen Preis bekommen.

00:15:38: Wie kann Ich dafür sorgen dass die Herstellung klimafreundlicher wird?

00:15:41: Und da macht die Ministerin keine Vorschläge

00:15:45: Ja und stattdessen wird wieder mit dem Finger auf uns gezeigt lebe Leute gibt halt mehr Geld im Supermarkt aus.

00:15:49: ja.

00:15:50: also Kommen wir doch nochmal zu der Frage konkret, was könnte denn auch die Politik jetzt gegen diese sehr hohen Preise im Supermarkt

00:15:59: tun?

00:16:00: Also ein Vorschlag den wir und auch andere Organisationen seit längerer Zeit machen ist dass man die Mehrwertsteuer auf Obst- und Gemüse streicht.

00:16:10: Aber das natürlich nicht der einzige Hebel aber zumindest ein wichtiger Hegel um gesunde Ernährung zumindest ein Stück weit leistbarer zu machen.

00:16:19: Wer eine kleine Maßnahme, die aber sofort umsetzbar wäre.

00:16:22: Das wäre von heute auf morgen zu machen und wer würde uns zumindest ein bisschen im Supermarkt direkt entlassen und würde auch eine gesunde Ernährung fördern?

00:16:30: Und zumindest sollten wir doch über solche Sachen mal diskutieren.

00:16:33: in anderen Ländern gibt es zumindest eine sehr viel breitere Diskussion darüber wie können wir die Menschen entlasten also in Frankreich zum Beispiel.

00:16:43: da hat Foodwatch in Frankrijk gemeinsam mit drei sich anderen Organisation ganz eine Debatte angestoßen, dass es für Grundnahrungsmittel so ein Korb an Grundnarrungsmitteln, Brotnudeln und so weiter Preisobergrenzen geben soll.

00:16:58: Dass zumindest ein Basisset an Grundlebensmitteln bezahlbar bleibt für die Leute muss man auch zumindest mal darüber diskutieren.

00:17:05: wir haben den Vorschlag von Soran Mamdani dem neuen Bürgermeister in New York der will staatlich subventionierte Supermärkte in besonders einkommensschwachen Regionen eröffnen.

00:17:17: Einfach, um den Leuten da die Möglichkeit zu geben sich zumindest mit dem Grundlegenden des täglichen Bedarfs einzudecken.

00:17:23: und ich weiß jetzt nicht ob das alles die richtigen Lösungen für Deutschland wären aber müssen dort auch über solche Vorschläge mal diskutieren.

00:17:30: preisobergrenzen Senkung der Mehrwertsteuer passiert aber halt nicht hier.

00:17:35: stattdessen

00:17:35: wird auf die Verbraucher angezeigt und gesagt ihr müsst einfach mehr Geld ausgeben ohne dass wie wir gerade besprochen haben sichergestellt ist es dadurch irgendwas besser wird.

00:17:44: Und ein Vorschlag, den ich auch noch ganz spannend finde und den auch die Verbraucherzentralen und Foodwatch immer wieder fordern ist eine staatliche Preisbeobachtungsstelle.

00:17:55: Klingt ein bisschen spät, aber es ist total spannend wenn's vor allen Dingen darum geht die Preispolitik der Supermärkte mal genauer unter die Loop zu nehmen.

00:18:05: Denn Wenn wir uns die Preispolitik bisher anschauen, dann wissen wir eigentlich gar nicht wie Preise im Supermarkt zustande kommen.

00:18:13: Was wir wissen zum Beispiel vom Foodwatch-Preisradar ist das gerade bei Eigenmarken also da wo die Supermärkte sehr gut den Preis bestimmen können und lenken können dass wenn ein Supermarkt Preis sozusagen erhöht für einen Produkt das genau das konkret gleiche Eigenmarkendprodukt beim anderen Supermarkt ein Tag, zwei Tage später genauso teuer oder genauso gleich wieder ansteigt im Vorreis her.

00:18:38: Das heißt wir sehen da gibt es vielleicht auch Hinweise dass sich da nicht so rechte Dinge zugibt.

00:18:44: man weiß es nicht aber das wir überhaupt erstmal über diese Preispolitik anständig und vernünftig und konstruktiv reden können.

00:18:52: Da brauchen wir eine stelle die das unabhängig untersucht oder die Lupe nimmt.

00:18:57: In

00:18:57: Frankreich gibt es so ein Ding schon, da wird schon mehr Transparenz geschaffen um eben herauszufinden streichen sich hier die großen Handelskonzerne vielleicht dann nochmal extra Gewinne ein.

00:19:08: So in der Erwartung jetzt Inflation steigt und dann denken alle ja gut dann werden natürlich auch die Lebensmittelpreise teurer und dann ist es auch leicht für den Handel die Preise noch mal ein Stück mehr zu erhöhen.

00:19:17: denn ich kann das ja überhaupt nicht überprüfen und nachvollziehen.

00:19:21: also ist jetzt eine Preissteigerung von zwanzig Cent gerechtfertigt.

00:19:24: von dreißig Cent gerechtfertigt kann ich nicht überprüfen, ist auch überhaupt keine Transparenz drüber.

00:19:29: Und genau da würde eben so eine Preisbeobachtungsstelle vom Staat helfen.

00:19:33: in Frankreich wie gesagt gibt's das fordern wir auch für Deutschland.

00:19:36: Jedenfalls brauchen wir da endlich mal eine offene Debatte darüber und nicht so ein Verbraucher-Bashing wie wir es jetzt hier von der Ministerin gehört haben.

00:19:45: Genau!

00:19:46: Vielen Dank, Dario.

00:19:48: War auch jetzt wieder ein bisschen frustrierend.

00:19:50: natürlich muss auch sagen mir tut das immer weh wenn ich an der Kasse stehe und wieder den Familien Einkauf zahlen muss.

00:19:56: wir wollen nicht aber natürlich trotzdem wie immer nochmal mit einer guten Nachricht hier entlassen.

00:20:01: Und da geht's um das Thema Klimaschutz und Moore.

00:20:07: Moore sind ja super wichtig für den Klimaschutz.

00:20:09: Man denkt immer so, mein Gott moore wiedervernessen was soll das?

00:20:13: Es ist aber wirklich einer der ganz entscheidenden Hebel für mehr Klimaschutz.

00:20:17: wenn wir landwirtschaftliche Flächen in Deutschland wieder vernessen würden wieder zu mooren umbauen würden es würde extrem viel CO² speichern und binden.

00:20:28: Ganz wichtiger Hebel!

00:20:29: Und jetzt hat man ja diesen krassen Hitze- und Dürresommer, wo irgendwie da rein fast ausgetrocknet ist... Da kann man sich halt die Frage stellen, würde es überhaupt klappen mit der Wiedervernessung von Morhen in Deutschland?

00:20:40: Da gibt's jetzt eine neue Studie gesagt Ja doch, würde klappen.

00:20:43: Es gibt eigentlich genug Regenfälle in Deutschland.

00:20:48: Wenn wir mehr landwirtschaftliche Flächen zu Morhen machen würden, würde das sogar helfen.

00:20:53: Denn die Situation ist ja, es regnet weniger im Sommer Dafür regnet es aber tendenziell mehr im Winter.

00:21:00: Und wenn es dann auch sehr, sehr viel regnet – auch das ist ja eine Folge der Klimakrise -, dass wenn es richtig doll regnet, ist oft ein Problem, dass das Wasser einfach irgendwo abfließt und nicht genutzt wird sozusagen.

00:21:12: Auch da wären Morre total sinnvoll, denn die würden einfach das Wasser aufsorgen wie einen Schwamm.

00:21:18: Das wäre so ein super wichtiger Punkt für den Klimaschutz Klappen.

00:21:25: Wir hätten genug Wasser dafür und wir sollten es jetzt einfach machen, das ist ja auch der Plan von der Bundesregierung.

00:21:30: gibt's jetzt viele EU-Gelder für die Wiedervernessung von Worn.

00:21:34: Das finde ich wieder eine ganz hoffnungsvolle Nachricht In dem Sinne.

00:21:37: schön dass ihr zugehört habt bis in zwei Wochen.

00:21:39: machts gut

00:21:40: Geschmacksverstärker.